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25.06.2006 WM-Zwischenbilanz: Zufriedene Fans, zufriedene Helfer und Deutschland ist weiter!

DRK Haan zieht positive Zwischenbilanz aus WM-Einsätzen bei den Vorrundenspielen ...


Das DRK Haan zieht positive Zwischenbilanz aus WM-Einsätzen bei den Vorrundenpielen Deutschland - Polen (14.06.) und Togo - Schweiz (19.06.).

Bei beiden Spielen war das DRK Haan im Rahmen einer rettungsdienstlichen Transportkomponente im Einsatz. Helfer des DRK Haan besetzten jeweils einen Krankenwagen (KTW) und zusammen mit den Verbandführern, ein Führungsfahrzeug (ELW 1).



Anfahrt der "Überörtliche Transportkomponente" (ÜMANV-T) als "Verband" in den Bereitstellungsraum in Dortmund.

Am 14.06. sammelten sich um 14:00 Uhr mehr als 50 Helferinnen und Helfer aus dem gesamten Kreis Mettmann am Treffpunkt in Langenfeld.

Ihr gemeinsames Ziel: Der Bereitstellungsraum für Rettungskräfte am WM Spielort Dortmund.

Laut Anordnung des Innenministers sollten die Einsatzkräfte bereits vier Stunden vor Spielbeginn im Bereitstellungsraum stehen, die Rückfahrt war für vier Stunden nach Spielende geplant.

Während die Anfahrt zum Bereitstellungsraum für den Verband insgesamt problemlos verlief, endete der Dienst für einen Helfer mitsamt Fahrzeug bereits im Kreuz Breitscheid, als das Fahrzeug die weitere "Mitarbeit" verweigerte.

Als Bereitstellungsraum für insgesamt über 1100 Helfer von Hilfsorganisationen, Feuerwehren und dem Technischen Hilfswerk (THW) war ein mehrere Fußballfelder großer Bereich auf dem Betriebsgelände von Thyssen-Stahl im Dortmunder Norden vorgesehen.

Dieser Bereich war zuvor vom THW, abgesperrt, planiert und mit notwendiger Infrastruktur versorgt worden.

Für Verpflegung war gesorgt, in einer nicht mehr genutzten Werkshalle bestand weiterhin die Möglichkeit sich das Spiel auf einer Großbildleinwand anzusschauen.

Andere Einheiten hatten mittels mitgebrachtem Beamern und Bettlaken eigene Möglichkeiten geschaffen, das Spiel zu sehen (s. Foto).


"public Viewing" der Einsatzkräfte im Bereitstellungsraum (Dortmund)


Leider stellten sich die Befürchtungen im Vorfeld des Spieles Deutschland - Polen (14.06.) als berechtigt heraus und es kam im Verlauf des Abends zu Ausschreitungen in der Dortmunder Innenstadt. Zwei Transportkomponenten wurden daher zur Untestützung des Rettungsdienstes in die Dortmunder Innenstadt verlegt und kamen dort auch zum Einsatz.

Auch die Helfer aus dem Kreis Mettmann hatten sich schon auf einen Einsatz eingerichtet, mußten jedoch letztendlich nicht tätig werden, da nach Spielende Gewitterschauer die überhitzten Gemüter der Fans abkühlten und sich die Sicherheitslage in der Innenstadt nachhaltig entspannte.

Gegen 1:30 Uhr konnte dann, früher als erwartet, die Rückfahrt angetreten werden. Der bevorstehende Feiertag garantierte ungestörtes Ausschlafen.

Das Spiel Togo gegen die Schweiz (19.06.) verlief erwartungsgemäß ruhig, so daß alle Einheiten im Bereitstellungsraum bleiben konnten. Dank des Spielbeginns am frühen Nachmittag, waren die Helfer auch entsprechend früh wieder zu Hause.

In den nächsten beiden Wochen stehen noch zwei weitere geplante Einsätze in den Spielorten "Köln" (26.06.) und "Dortmund" (04.07.) für die ÜMANV-T des Kreis Mettmann an.



Die "überörtliche Transportkomponente" (ÜMANV-T) des Kreis Mettmann am 14.06.2006.
(Für das Vergößern der Aufnahme bitte auf das Bild klicken.)


Mit dem Rahmenvertrag zur Fußballweltmeisterschaft hatte sich die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, für bis zu zwei Prozent der Stadionbesucher medizinische Hilfe im Umfeld der Spielorte bereit zu halten.

Diese Aufgabe kann nicht alleine vom Rettungsdienst übernommen werden, denn für Dortmund bedeutet dieses z.B. bis zu 1300 Personen nahezu zeitgleich helfen zu können.

Noch einmal 30000 Fans bei den verschiedenen Public Viewings mußten bei der Planung berücksichtigt werden.

Daher wurden in einem abgestuften Hilfeleistungssystem mehr als 10 Behandlungsplatz-50-Bereitschaften (BHP50-B), bestehend aus 130 Helfern von Feuerwehren und Hilfsorganisationen, mit Versorgungsmöglichkeiten für bis zu 100 Patienten, entsprechend viele Transportkomponenten (ÜMANV-T) mit 53 Helfern und 23 Fahrzeugen, teils direkt am Stadion, teils in Bereitstellungsräumen, teils an ihren Standorten in ganz NRW, in Bereitschaft gehalten.

Hinzu kamen Betreuungseinheiten für unverletzte Betroffene und Kräfte des THW für die logistische Unterstützung.

Einen bedeutenden Teil der rettungs- und betreuungsdienstlichen Kräfte stellt das Rote Kreuz. Die Betreuung der Besucher im Stadion wird vollständig vom Roten Kreuz geleistet.


Die "überörtliche Transportkomponente" (ÜMANV-T) des Kreis Mettmann am 19.06.2006.


Trotz des erheblichen Zeitaufwandes empfanden alle beteiligten Helfer diese eher ungewohnten Einsätze als eine Bereicherung im Rotkreuz-Alltag.
Dank der guten Stimmung im gesamten Team, vergingen die Zeiten im Bereitstellungsraum wie im Flug, es ergaben sich zahllose Möglichkeiten für den Austausch mit Helfern aus allen Organisationen und aus dem ganzen Land.
Niemand bereute es, nicht direkt am Stadion zu sein, denn die wunderbare WM-Stimmung hatte auf alle Helfer übergegriffen.

Unser Dank gilt, neben allen Kameradinnen und Kameraden, unseren Familien, auch unseren Arbeitgebern, die unser Engagement durch ihre großzügigen Freistellungen erst ermöglichen, denn Einsätze dieser Größenordnung können nur mit der Hilfe von ehrenamtlichen Kräften bewältigt werden.

DRK-Präsident Seiters brachte es auf den Punkt: "Abseits ist, wenn keiner hilft!"


Weitere Informationen aus der Tagespresse entnehmen Sie bitte dem Artikel im
Haaner Lokalanzeiger / 07.06.2006

Weitere Informationen zum Einsatz des DRK Haan anläßlich der Fussball-WM 2006 oder anderen Dienstleistungen des DRK Haan erhalten Sie unter 02129 / 31359.
Gerne können Sie uns auch eine E-Mail schicken info@drk-haan.de oder sich mittels Kontaktformular bei uns melden.


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